Ratgeber · Stand 29. Oktober 2026
Social-Media-Agentur auswählen: 8 Fragen, die Inhaber vor der Beauftragung stellen sollten
Wer als Inhaber eines Betriebs eine Agentur für Social Media sucht, bekommt in der Regel gut klingende Präsentationen. Was fehlt, ist oft ein gemeinsamer Maßstab: Jede Agentur beschreibt ihre Arbeit anders, nennt andere Leistungen und rechnet anders ab. Das macht den Vergleich schwer.
Die folgenden acht Fragen helfen, aus unterschiedlichen Angeboten vergleichbare zu machen. Sie brauchen dafür kein Fachwissen. Eine seriöse Agentur beantwortet jede dieser Fragen gern und konkret. Weichen Antworten dauerhaft aus oder bleiben vage, ist das selbst eine Information.
Ziele und Erfahrung klären
Am Anfang steht nicht die Agentur, sondern Ihr eigenes Ziel. Je klarer es ist, desto leichter erkennen Sie, ob ein Angebot dazu passt.
1. Welche Ziele legen wir vorab fest, und woran messen wir sie?
Gute Ziele lassen sich überprüfen: mehr Anfragen über Instagram, mehr Reservierungen, mehr Besucher im Laden, eine bestimmte Zahl veröffentlichter Videos im Monat. „Mehr Reichweite“ allein ist kein Ziel, sondern ein Zwischenwert. Fragen Sie, welche Kennzahlen die Agentur vorschlägt, wie oft sie darüber berichtet und was passiert, wenn ein Ziel nach einigen Monaten nicht erreicht ist. Vorsicht bei Garantien: Wie viele Menschen ein Beitrag erreichen, hängt von Plattform, Branche und vielem mehr ab und lässt sich nicht seriös zusagen.
2. Welche Erfahrung gibt es mit genau der Plattform, die wir brauchen?
Instagram, TikTok, Facebook und LinkedIn funktionieren unterschiedlich. Was für ein Restaurant auf TikTok passt, ist für einen Handwerksbetrieb auf Facebook womöglich der falsche Weg. Fragen Sie, auf welchen Plattformen die Agentur selbst regelmäßig arbeitet, welche sie für Ihren Betrieb vorschlagen würde und welche sie bewusst nicht empfiehlt. Eine Agentur, die zu jedem Kanal sofort Ja sagt, hat Ihren Betrieb vermutlich noch nicht genau angesehen.
Nachweise und Kosten prüfen
3. Welche Referenzen gibt es, mit nachvollziehbaren Zahlen und Zeitraum?
Bitten Sie um Beispiele aus Ihrer Branche oder einer vergleichbaren. Eine brauchbare Referenz nennt, was gemacht wurde, über welchen Zeitraum und auf welcher Plattform sich etwas getan hat. Ein „über 100 Prozent mehr Reichweite“ ohne Ausgangswert und Zeitraum sagt nichts. Achten Sie außerdem darauf, ob die Zahlen vom Kunden stammen oder von der Agentur und ob der Kunde der Nennung zugestimmt hat. Im Zweifel dürfen Sie fragen, ob Sie mit dem Kunden selbst sprechen können.
4. Was kostet es genau, und was ist im Preis enthalten?
Der Preis allein ist wenig aussagekräftig, solange unklar ist, wofür er steht. Lassen Sie sich aufschlüsseln, ob Konzept, Dreh, Schnitt, Planung, Veröffentlichung, Community-Pflege und Auswertung enthalten sind oder einzeln berechnet werden. Klären Sie, ob Werbebudget, Lizenzen für Musik oder Bildmaterial und Tools extra anfallen. Wie Sie Angebote darüber hinaus vergleichen, beschreiben wir im Ratgeber zu den Kosten der Social-Media-Betreuung.
Die Zusammenarbeit regeln
Die folgenden Punkte entscheiden darüber, ob die Zusammenarbeit im Alltag funktioniert und ob Sie sie später auch wieder beenden können. Sie gehören in jedem Fall schriftlich festgehalten.
5. Sehen wir Inhalte vor der Veröffentlichung?
Es ist Ihr Betrieb und Ihr Name, der unter den Beiträgen steht. Fragen Sie deshalb, ob Sie jeden Beitrag vorab sehen und freigeben können, wie lange das im Voraus geschieht und was gilt, wenn Sie nicht rechtzeitig antworten. Gerade bei Bildern von Mitarbeitern und Gästen sollten Sie wissen, wer deren Einwilligung einholt.
6. Wem gehören Inhalte, Zugänge und Konten?
Klären Sie schriftlich, dass die Konten auf Ihren Betrieb laufen und Sie jederzeit Administrator bleiben. Fragen Sie außerdem, wer die Nutzungsrechte an Fotos und Videos hält und ob Sie das Material nach Ende der Zusammenarbeit weiterverwenden dürfen, auch auf Ihrer Website oder in Druckmaterial. Für Musik und fremde Bilder gelten oft eigene Bedingungen. Rechtlich verbindliche Auskunft erhalten Sie nur von einer Fachperson, hier geht es um die Fragen, die Sie stellen sollten.
7. Wie lange läuft der Vertrag, und wie kommen wir wieder heraus?
Fragen Sie nach Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist und danach, was bei der Beendigung übergeben wird: Zugänge, Rohmaterial, fertige Beiträge, Auswertungen. Eine längere Laufzeit ist nicht automatisch schlecht, wenn sie nachvollziehbar begründet ist. Sie sollten sie aber bewusst wählen und nicht erst bei der Kündigung entdecken.
8. Wer ist unser Ansprechpartner, und wie erreichen wir ihn?
Klären Sie, ob Sie es dauerhaft mit derselben Person zu tun haben, wer die Beiträge tatsächlich erstellt und wie schnell Sie üblicherweise eine Antwort bekommen. Bei größeren Agenturen arbeiten oft mehrere Menschen im Hintergrund. Das ist nicht schlecht, aber Sie sollten wissen, wer für Ihren Betrieb verantwortlich ist.
Wie Sie die Antworten bewerten
Vergleichen Sie mindestens zwei oder drei Angebote anhand derselben Fragen und halten Sie die Antworten kurz schriftlich fest. Dann sehen Sie schnell, wo Angebote tatsächlich verschieden sind und wo nur die Begriffe wechseln.
Achten Sie auch auf das Gespräch selbst: Hört die Agentur zu, bevor sie Lösungen vorschlägt? Fragt sie nach Ihren Kunden, Ihren Öffnungszeiten, Ihrem Alltag? Und ist sie bereit, Grenzen zu benennen, etwa wenn ein Ziel mit Ihrem Budget unrealistisch ist? Ein Angebot, das alles verspricht und nichts ausschließt, ist selten das beste.
Wenn Sie nach den Gesprächen unsicher sind, ist das ein legitimer Grund, noch etwas zu warten. Ein kurzer, begrenzter Einstieg mit klar benannten Leistungen ist oft sinnvoller als ein langer Vertrag auf Verdacht.
Diese Fragen gelten auch für uns
Wir sind selbst eine Agentur und bieten Social-Media-Betreuung an. Sie sollten deshalb auch uns diese acht Fragen stellen und nicht darauf vertrauen, dass dieser Ratgeber uns davon ausnimmt. Wir beantworten sie gern vor einer Beauftragung, mit Angabe dessen, was enthalten ist und was nicht.
Wenn eine andere Agentur oder eine eigene Lösung besser zu Ihrem Betrieb passt, ist das ein gutes Ergebnis Ihrer Suche. Der Zweck dieser Liste ist eine fundierte Entscheidung, nicht ein bestimmter Anbieter.
Selbst machen oder machen lassen?
Mit diesen Fragen können Sie die Auswahl selbst treffen, ohne uns. Wenn Sie wissen möchten, wie wir sie beantworten würden, finden Sie unsere Leistungen und die Rahmenbedingungen unserer Social-Media-Betreuung auf der Leistungsseite.
Sie können uns auch direkt im Erstgespräch fragen. Es ist unverbindlich, und Sie erfahren, ob wir zu Ihrem Betrieb passen.