Ratgeber · Stand 29. Oktober 2026
TikTok für Restaurants und Cafés: womit anfangen?
TikTok ist für viele Gastronomen eine fremde Plattform: kurze Videos, schnelle Schnitte, Trends, die nach wenigen Wochen wieder verschwinden. Gleichzeitig suchen dort viele Menschen nach Orten zum Essen. Ob TikTok für Ihr Lokal oder Café sinnvoll ist, hängt von Ihrem Publikum und Ihren Kapazitäten ab.
Dieser Ratgeber richtet sich an Betriebe, die den Einstieg erwägen. Er erklärt, womit Sie anfangen können, was Sie vorbereiten sollten, bevor das erste Video online geht, und welche Punkte Sie allgemein beachten müssen. Konkrete Videoideen finden Sie im Ratgeber mit zwölf Videoideen für Restaurants.
Passt TikTok zu Ihrem Betrieb?
Stellen Sie sich vor dem Start zwei Fragen. Erstens: Gehören Ihre Gäste zu dem Publikum, das Sie auf der Plattform erreichen wollen? Ein Café in der Innenstadt mit jungem Laufpublikum hat andere Voraussetzungen als ein Restaurant mit überwiegend Stammgästen aus der Nachbarschaft. Schauen Sie sich dazu an, welche Lokale in Ihrer Region bereits auf TikTok zu finden sind und wie deren Videos aussehen.
Zweitens: Haben Sie die Zeit? Ein einzelnes Video braucht Minuten, regelmäßige Videos brauchen eine feste Gewohnheit. Planen Sie lieber ein überschaubares Pensum, das Sie durchhalten, als einen großen Start, der nach wenigen Wochen abbricht.
Womit anfangen: der Alltag hinter den Kulissen
Auf TikTok funktionieren häufig Videos, die nicht wie Werbung aussehen. Das gilt besonders für die Gastronomie, denn Gäste sehen sonst nur das fertige Gericht. Was in der Küche passiert, bleibt ihnen verborgen, und genau das macht neugierig.
Zubereitung und Handgriffe
Teig wird ausgerollt, eine Sauce abgeschmeckt, ein Burger gestapelt, ein Latte-Art-Motiv gegossen. Kurze Ausschnitte ohne lange Erklärung reichen. Filmen Sie nah, bei gutem Licht und mit sauberer Linse. Das fertige Ergebnis am Schluss gibt dem Video einen Abschluss.
Vorbereitung und Abläufe
Der Morgen vor der Öffnung, das Vorbereiten der Zutaten, der Moment kurz vor dem ersten Gast. Solche Szenen zeigen Sorgfalt, ohne dass Sie sie behaupten müssen. Zeigen Sie dabei ruhig auch den normalen Alltag und nicht nur gestellte Höhepunkte.
Menschen im Betrieb
Wer steht hinter dem Tresen oder am Herd? Ein kurzes Vorstellen des Teams macht den Betrieb greifbar. Voraussetzung ist die ausdrückliche Zustimmung der Beteiligten.
Trends nutzen, ohne zu kopieren
TikTok lebt von Formaten, die viele Konten aufgreifen: eine bestimmte Bildfolge, ein Ton, ein wiederkehrender Ablauf. Es ist legitim, so ein Format zu nutzen. Es wirkt aber beliebig, wenn Sie es nur nachstellen.
Besser ist eine eigene Wendung: Welche Rolle spielt Ihr Betrieb in dem Format? Was kann nur Ihr Lokal zeigen, etwa ein Gericht, einen Ort oder eine Gewohnheit im Team? Wenn Sie einen Trend nicht sinnvoll mit Ihrem Betrieb verbinden können, lassen Sie ihn aus. Nicht jeder Trend muss mitgemacht werden, und ein stimmiges Video pro Woche ist besser als viele beliebige.
Prüfen Sie bei Trends außerdem die verwendete Musik und den Hintergrund des Formats. Nicht jeder Ton ist für Betriebe freigegeben (mehr dazu weiter unten), und manche Trends passen schlicht nicht zu einem Betrieb, der Gäste bewirtet.
Auf Andrang vorbereitet sein
Ein Video kann deutlich mehr Menschen erreichen, als Sie erwarten, und manchmal bleibt es unbemerkt. Beides ist möglich, und planen lässt sich beides nur begrenzt. Sinnvoll ist es, sich für den Fall eines Andrangs gedanklich zu rüsten, ohne den Betrieb darauf auszurichten.
Sprechen Sie mit dem Team ab, wie Sie bei vollem Haus vorgehen: Gibt es Wartelisten, Reservierungen, einen Hinweis im Profil, dass an Wochenenden früh gebucht werden sollte? Haben Sie genug Ware für den Fall, dass ein gezeigtes Gericht plötzlich häufiger bestellt wird? Ist klar, wer Kommentare und Nachrichten beantwortet? Auch Öffnungszeiten, Adresse und Speisekarte sollten im Profil und im Google-Unternehmensprofil aktuell sein, damit Interessierte Sie finden.
Wer vor dem Veröffentlichen kurz überlegt, was im besten Fall passiert, ist am Ende gelassener. Und wenn der Andrang ausbleibt, haben Sie trotzdem Inhalte gewonnen, die Sie weiterverwenden können.
Einwilligung und Musik: was Sie allgemein beachten sollten
Dieser Abschnitt ist ein allgemeiner Hinweis und keine Rechtsberatung. Fragen Sie bei Unsicherheit eine Fachperson.
Menschen, die in Ihren Videos erkennbar sind, sollten wissen, dass sie gefilmt werden, und der Veröffentlichung zustimmen. Das gilt für Mitarbeiter ebenso wie für Gäste. Am sichersten ist eine nachvollziehbare Einwilligung, die sich widerrufen lässt, und im Zweifel zeigen Sie Gäste nicht erkennbar. Bei Kindern gelten besondere Anforderungen.
Bei Musik gilt: Nicht alles, was in der App zur Auswahl steht, ist für Geschäftskonten gedacht. Die Plattformen unterscheiden zwischen privaten Konten und Unternehmenskonten und bieten Unternehmen oft nur eine eigene Auswahl an Musik an. Lesen Sie die aktuellen Nutzungsbedingungen der Plattform und prüfen Sie bei Trend-Tönen, ob sie für Ihr Konto zulässig sind. Läuft im Lokal Musik im Hintergrund, kann auch sie im Video eine Rolle spielen.
Ein Beispiel aus unserer Arbeit
Für das Restaurant Chickzzz in Duisburg produzieren wir Videos für TikTok. Laut Angabe des Betriebs kamen seit dem 27.08.2026 innerhalb von sieben Tagen 50.000 Views und 1.200 Likes zusammen. Das ist ein einzelner Fall und kein Maßstab, den wir anderen Betrieben versprechen. Mehr dazu auf der Referenzseite zu Chickzzz.
Selbst machen oder machen lassen?
Den Einstieg können Sie ohne Agentur wagen: ein Smartphone, ein überschaubarer Rhythmus, ein paar Handgriffe aus dem Alltag. Das ist eine ehrliche Möglichkeit, herauszufinden, ob die Plattform zu Ihnen passt.
Schwierig wird es meist bei der Regelmäßigkeit und beim Schnitt. Wenn Sie dafür neben dem Betrieb keine Zeit haben, können wir Dreh, Schnitt und Veröffentlichung übernehmen. Wie das für Gastronomie aussieht, steht auf unserer Seite zum Marketing für Gastronomie.