Ratgeber · Stand 29. Oktober 2026

Was kostet Social-Media-Betreuung? Woran Sie Angebote vergleichen

Die Frage nach dem Preis ist verständlich, und sie ist die häufigste, die Inhaber vor einer Beauftragung stellen. Eine seriöse Antwort ohne Kenntnis Ihres Betriebs gibt es allerdings nicht: Ein einzelner Beitrag pro Woche ist etwas anderes als regelmäßig gedrehte und geschnittene Videos, und eine Pflege von Kommentaren etwas anderes als reine Veröffentlichung.

Deshalb nennt dieser Ratgeber bewusst keine Preise oder Spannen. Er zeigt stattdessen, woraus sich Angebote zusammensetzen, wo Preisunterschiede herkommen und woran Sie erkennen, ob zwei Angebote überhaupt vergleichbar sind.

Welche Leistungen in einer Betreuung stecken können

„Social-Media-Betreuung“ ist kein feststehender Begriff. Je nach Anbieter umfasst sie sehr Unterschiedliches. Prüfen Sie im Angebot, welche der folgenden Bausteine enthalten sind.

Konzept und Strategie

Welche Plattformen, welche Themen, welcher Ton, welche Ziele? Ein Konzept am Anfang verhindert, dass Beiträge ohne Linie entstehen. Klären Sie, ob es einmalig erstellt und später angepasst wird.

Dreh und Fotos

Entstehen die Inhalte vor Ort bei Ihnen, oder sollen Sie selbst Material liefern? Dreh und Fotografie sind oft der aufwendigste Teil. Fragen Sie, ob Anfahrt, Drehtage und Material (zum Beispiel Ausrüstung) im Preis liegen.

Schnitt und Gestaltung

Schnitt, Untertitel, Grafiken und Anpassung an die jeweilige Plattform. Klären Sie, wie viele Überarbeitungen enthalten sind und was eine weitere Korrektur kostet.

Planung und Veröffentlichung

Redaktionsplan, Texte, Hashtags, das tatsächliche Veröffentlichen zu passenden Zeiten. Ob Sie jeden Beitrag vorab sehen, sollte ebenfalls geregelt sein.

Community-Pflege

Kommentare und Nachrichten beantworten, auf Kritik reagieren. Das wird in Angeboten oft nur am Rande erwähnt, kostet aber laufend Zeit. Klären Sie, ob es enthalten ist, in welchem Zeitfenster geantwortet wird und wer bei heiklen Fragen entscheidet.

Auswertung

Berichte über das, was passiert ist, und eine Einordnung, was sich daraus ergibt. Fragen Sie, welche Kennzahlen berichtet werden, wie oft und in welcher Form.

Was oft getrennt berechnet wird

Werbebudget

Bezahlte Anzeigen auf Plattformen sind kein Teil der Betreuung, sondern ein eigener Posten, der direkt an die Plattform fließt. Fragen Sie, ob die Agentur Anzeigen schaltet, ob dafür eine Verwaltungsgebühr anfällt und ob Sie die Abrechnung der Plattform selbst einsehen können. Ob Werbung für Ihre Ziele überhaupt nötig ist, sollte begründet werden und nicht selbstverständlich im Angebot stehen.

Tools und Lizenzen

Planungssoftware, Schnittprogramme, Musik- oder Bildlizenzen. Manche Anbieter rechnen sie ein, andere reichen sie einzeln weiter. Beides ist in Ordnung, solange Sie es vorher wissen.

Zusatzaufwand

Zusätzliche Drehtage, Eilaufträge, Sonderaktionen oder weitere Plattformen. Lassen Sie sich nennen, was bei Mehraufwand gilt und ob dann ein neues Angebot erforderlich ist.

Einmalige und laufende Kosten

Trennen Sie im Angebot zwischen Kosten, die einmal anfallen, und Kosten, die fortlaufend entstehen. Einmalig sind häufig Konzept, Einrichtung der Konten, Gestaltungsvorlagen oder ein erster Drehtag. Laufend sind regelmäßige Videos und Beiträge, Community-Pflege, Auswertung und eventuell Werbebudget.

Das ist wichtig für die Planung: Wer nur den Startpreis sieht, unterschätzt das laufende Budget. Wer nur den Monatspreis sieht, übersieht Einrichtung und Konzept. Bitten Sie deshalb um eine Darstellung, die beides getrennt ausweist, und rechnen Sie mit der Laufzeit, die für sinnvolle Ergebnisse nötig ist.

Laufzeit und Kündigung

Social Media wirkt selten nach wenigen Wochen. Viele Anbieter vereinbaren deshalb Mindestlaufzeiten. Das ist nachvollziehbar, solange die Laufzeit begründet ist und Sie wissen, wann und wie Sie kündigen können. Achten Sie auf automatische Verlängerungen, Kündigungsfristen und darauf, was bei Ende des Vertrags an Sie übergeht. Die Details dazu stehen im Ratgeber zur Auswahl einer Agentur.

Ratgeber: Social-Media-Agentur auswählen

Fragen, die jedes Angebot beantworten sollte

Legen Sie bei jedem Angebot diese Liste daneben. Sind einzelne Punkte offen, fragen Sie nach, bevor Sie vergleichen.

Was genau wird geliefert?

Anzahl und Art der Beiträge oder Videos je Monat, Plattformen, Dauer und Format. Eine Formulierung wie „regelmäßige Beiträge“ ist zu ungenau.

Was ist nicht enthalten?

Gute Angebote benennen auch die Grenzen. Fehlt diese Information, fragen Sie ausdrücklich.

Wie wird abgerechnet?

Monatlich, pro Projekt, nach Aufwand? Gibt es einen Festpreis? Netto oder brutto? Wann werden Rechnungen gestellt?

Was passiert bei Änderungen?

Wenn Sie mehr oder weniger Beiträge brauchen oder eine Plattform wechseln wollen: Wie wird angepasst, und mit welcher Frist?

Wie wird der Erfolg berichtet?

Welche Zahlen, in welchem Rhythmus, mit welcher Einordnung? Und wer erklärt sie Ihnen?

Warum der Preis nicht das einzige Kriterium ist

Das günstigste Angebot ist nicht zwingend das schlechteste, und das teuerste nicht das beste. Entscheidend ist, ob Leistung, Aufwand und Ihr Ziel zusammenpassen. Ein niedriger Preis kann bedeuten, dass wichtige Bausteine wie Dreh oder Community-Pflege fehlen. Ein hoher Preis kann Leistungen enthalten, die Ihr Betrieb gar nicht braucht.

Überlegen Sie daher zuerst, was Sie selbst übernehmen können und wollen. Wer Fotos selbst macht und Kommentare selbst beantwortet, braucht weniger Betreuung als jemand, der alles abgeben möchte. Das lässt sich gut in einem Angebot abbilden, wenn Sie es offen ansprechen.

Selbst machen oder machen lassen?

Wenn Sie eine erste Vorstellung davon bekommen möchten, wie sich Leistungen und Budget zusammensetzen, können Sie das in unserem Konfigurator durchspielen. Bitte verstehen Sie ihn als Orientierung: Er ersetzt kein persönliches Angebot, das Ihre Situation berücksichtigt.

Im Erstgespräch klären wir, was Ihr Betrieb tatsächlich braucht. Es ist unverbindlich, und wenn es besser ist, weniger zu beauftragen oder es selbst zu machen, sagen wir das.